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Kraftvolle Stimme aus Mannheim

Joy Fleming begeistert mit großer Souveränität ihr Publikum im Rüsselsheimer Theater Vom 04.10.2008
 
Von

André Domes

Auch wenn die Altersverteilung im Publikum Anderes vermuten ließ, genießt sie als eine der wenigen deutschen Musiker in ganz unterschiedlichen Generationen großen Respekt: Joy Fleming, seit Jahrzehnten eine Instanz in Sachen Blues und Rock und nebenbei bekannteste Stimme Mannheims war zu Gast im Stadttheater und feierte gemeinsam mit ihrer Band und 350 Fans ein facettenreiches Konzert.

Um zu erleben, woher das große Renommee der Mannheimer Sängerin rührt, ist ein Konzertbesuch eine aufschlussreiche Maßnahme. Denn gerade hier, auf der Bühne, zeigt die mittlerweile 64-Jährige Qualitäten, die sie noch immer einer übergroßen Mehrheit deutscher Vokal-Artisten voraus hat. Absolute Souveränität, technisch wie in puncto Präsenz, ist das wesentliche Merkmal des Phänomens Joy Fleming, das auch anerkennen muss, wem die musikalische Ausrichtung zwischen Soul-Pop und Blues-Rock nicht zusagt.

Und ebendiese Souveränität kultiviert die Mannheimerin schon seit den Anfängen ihrer Karriere in den Bars der hier stationierten amerikanischen Soldaten. Die boten regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten, brachten viele deutsche Musiker zum Profitum und leisteten damit so etwas wie Aufbauhilfe in Sachen Rock. Zu erkennen ist die amerikanische Schule bei Joy Fleming beispielsweise in der selbstverständlichen Leichtigkeit, mit der die Sängerin mit ihrem Publikum agiert, es animiert und sich als Entertainerin verdingt, ohne dass es je peinlich werden würde. Selbst dann, wenn die stimmgewaltige Mannheimerin, nebenbei mit einem derben "Schlappmaul" gesegnet, sich als Mireille Mathieu-Parodistin verdingt oder den McDonalds-Werbesong für eigene Zwecke umtextet.

Zwar bildet der unverkennbare "Mannemer" Einschlag das zentrale Markenzeichen der Sängerin, das größte Kapital Flemings ist und bleibt aber ihre außergewöhnliche Stimme. Und die hat sich dank exzellenter Technik und gutem Haushalten mit den sängerischen Ressourcen auch nach 40 Jahren harter Bühnenarbeit erstaunlich flexibel und dynamisch erhalten. Auch am Donnerstag belegte Fleming dies mit einem vielgestaltigen Set, vor dessen Stilmix manch andere Sänger schon alleine des Tonumfangs wegen kapitulieren müssten. Vom rustikal dahingerockten "Walking by myself" von Gary Moore bis hin zu rauchig-zarten Nummern a la Lionel Ritchie und Sadé brachte Joy Fleming alles mit authentischer Hingabe ins Mikrophon und drohte zu keiner Zeit in Kitsch zu verfallen.

Auch die vierköpfige Band trug dazu mit geschmackvoll dosiertem, manchmal fast schon ein wenig zu routiniert wirkendem Spiel bei.